WUT, ZORN, ANGER MANAGEMENT - INNERES FEUER

 

GEFÜHLE UND EMOTIONEN

 

All die vergangenen Jahre gab mir das Leben immer wieder die Chance, mich - durch meine verschiedenen Tätigkeitsfelder als Coach, als Künstlerin, als "Wegbegleiterin" aber vor allen Dingen durch das Leben und Menschsein selbst - mit der ganzen Bandbreite an Emotionen und menschlichen Gefühlen tiefergehend zu beschäftigen. Gefühle sind die Essenz des Menschseins und was folgt, wenn wir unsere Gefühle unterdrücken, sehen wir bislang an einer zunehmend digitalisierten, distanzierten Gesellschaft, welche schon lange vor dem großen C-Wort diese Tendenzen aufzeigte.

 

Von der scheinbaren Grenzenlosigkeit bis hin zu den Mauern der eigenen Grenzen... Die eigenen Grenzen und die des anderen wurden bislang nur allzu oft übertreten, weil wir sie nicht kennen, weil wir uns selbst nicht kennen. Das heilsame an diesem enorm transformativen Prozess ist, eben diese Grenzen klar zu definieren, sie zu achten und manche starren, selbst auferlegten, teils unnötig gewordenen Mauern ein für allemal zu sprengen um jene Folgen, die  - teils noch unsichtbar - eine noch viel größere Bandbreite aufweisen, zu erkennen und bewusst zu transformieren.

 

MENSCHLICHKEIT UND ALTRUISMUS

Menschlichkeit und Altruismus und Toleranz gehören und gehörten zu den besonderen Schlagwörtern der heutigen und vergangenen Zeit - zum guten Ton! Doch schienen sie  zunehmend als Phrasen und leere Worthülsen ihre Daseinsberechtigung zu legitimieren, wobei diese Qualitäten, doch zu den natürlichsten und ureigensten des Menschen gehören sollten, fernab medialer "Präsentation". Aufopferung allerdings führte meist und bis heute zur genannten Opferung des eigenen Daseins, doch wieviel Liebe zu sich selbst und zum anderen bleibt da noch übrig?

 

Gerade um Ostern habe ich gespürt, dass es nicht jene Aufopferung sein sollte, die das Christenbewusstsein so lange schon verkörpert, sondern vielmehr der Aufruf: Liebe dich SELBST WIE deinen Nächsten. Ob man nun gläubig ist oder nicht, ich habe das Gefühl, Jesus würde nicht wollen, dass seine eigene Leidensgeschichte weiterhin so glorifiziert wird, sondern, er würde gerne von allen Seiten  gesehen werden und uns alternative Wege aufzeigen wollen, abseits vom Weg des Märtyrers, damit wir die Geschichte endlich NEU schreiben können...

 

 

GEFÜHLE WOLLEN GESPÜRT UND GELEBT WERDEN

 

Wie dem auch sei, ich bin ein bisschen ausgeschweift. Ich fahre fort mit den Emotionen/Gefühlen... Emotionen sind stets in Bewegung (motion). Leid beginnt dort, wo wir beginnen uns mit ihnen zu identifizieren. Diese mitunter spirituelle Lehre kann aber ebenso missverstanden oder wie alles andere übertrieben werden und in eine "pseudoyogische" Mentalität der völligen Gleichgültigkeit, Neutralität, fast schon Kälte (Empathielosigkeit) übergehen.

 

Es ist gut, wenn wir immer wieder einen Schritt zurücktreten und das große Ganze sehen und wie verbunden wir mit allem sind. Aber, Gefühle wollen gespürt und gelebt werden. Und wie viele unserer Gefühle seit Jahrzehnten, Jahrhunderten, Jahrtausenden unterdrückt wurden (teils aus Angst vor Verfolgung, aus Angst vor Verlust, aus Angst davor nicht dazuzugehören, aus Angst..., aus Angst, aus Angst) wird immer mehr sichtbar, insbesondere in schwierigeren Zeiten, wenn die Fassade zu bröckeln beginnt und die Masken immer mehr fallen.

 

ABLENKUNG, WER BIN ICH?, WARUM BIN ICH HIER?, WOHER KOMME ICH?

 

In meiner Arbeit habe ich meist oder stets versucht mich an der Ganzheitlichkeit und der Liebe als Basis zu orientieren. Ich bin meinen Gefühlen und Prinzipien treu geblieben und habe das ganze Spektrum an wilden Emotionen durchlebt, wie die meisten von uns. Ich gehe dann bewusst an meine Arbeit oder Tätigkeiten heran, wenn ich spüre, dass der Beweggrund für mein Wirken eine Bereitschaft des Gebens, der Liebe, der Fülle beinhaltet. Denn oft genug liegen die Beweggründe unseres Handels, verborgen unter einer dicken Schicht der vermeintlichen SELBSTLOSIGKEIT UND GUTMÜTIGKEIT, ganz wo anders.

 

Wo? Das lässt sich erspüren, individuell... Hier empfiehlt es sich, sich Zeit zu nehmen für die größeren Fragen des Lebens, WARUM BIN ICH HIER, WER BIN ICH EIGENTLICH, WAS WÜNSCHE ICH MIR. Heutzutage ist es leicht, sich Ablenkung zu verschaffen vor diesen tiefgründigen Fragen oder überhaupt von dem eigenen DASEIN, auch als meditierende, Yoga praktizierende Menschen. Und mit Ablenkung meine ich nicht Fernsehen, oder Handy oder dergleichen, sondern jegliche Art der - wenn auch nur noch zart unbewussten - übermäßigen Aktion.

 

 

WUT UND AGGRESSION - DAS GEFÜHL ZU "IMPLODIEREN"

 

Ich möchte dies gerne mit den Erfahrungen der letzten Wochen erklären. Ich bin ein sehr aktiver Mensch. Ich kenne meinen Rhythmus und ebenso die Faultierzeiten, aber meist bin ich, wenn auch oft innerlich, sehr beschäftigt. So habe ich diesmal umso bewusster darauf verzichtet, die Energie die in den letzten Wochen in mir aufstieg, gleich wieder zu besänftigen oder loszuwerden (im Sinne von Sport, Laufen, Bewegung etc...) und versucht, mit jenem Gefühl des "Implodierens" in Kontakt zu treten, es zu spüren, mich mit ihm auseinanderzusetzen.

 

Ich musste bemerken, dass mich eine unglaubliche Welle der Wut und Aggression überrannte, eine Wut, die ich fast nur aus Kindheitstagen kannte... Eine Wut über die Ungerechtigkeiten in der Welt, eine Wut, die mich fast explodieren ließ. Und dabei habe ich es doch bislang meist geschafft, mich mit all meinen Emotionen wieder dem liebevollen Weg zuzuwenden - das Große Ganze zu sehen. Doch diesmal hat mich die WUT eingeladen oder eher gezwungen, hinzuspüren, sie meinerseits einzuladen, sie bewusst zu fühlen und eine "Tasse Tee mit ihr zu trinken". Aber zuvor hat sie meinen Hintern ordentlich in Feuer versetzt (vielleicht sogar schon länger, als ich dachte (war dies mein Blindspot, der so lange unentdeckt/ungelebt blieb?))...

 

KONSTRUKTIVER, KREATIVER, SCHÖPFERISCHER UMGANG MIT WUT UND AGGRESSION

 

Wenn in unserer Gesellschaft auch sehr verachtet - Wut kann eine sehr schöpferische Energie sein, oder, wenn falsch ausagiert, eben sehr dekonstruktiv. Nun, die meisten von uns haben gelernt, unsere Wut zu unterdrücken, wie Kinder dies bis heute vielerorts lernen. Anstatt sich der immensen Kraft der Wut, des inneren Feuers bewusst zu werden, und sich dem eigenen, inneren Drachen zu stellen und sich ihn zum Freund zu machen, um unser Leben konstruktiv und mit Kraft nach den eigenen Wünschen gestalten zu können, lassen wir zu, dass sich diese Kraft meist gegen uns richtet, uns von innen verbrennt.

 

Unterdrückte Gefühle können im Allgemeinen, im speziellen aber jene wie Wut und Aggression, denen wiederum tiefersitzende Gefühle wie Angst, Trauer etc. zu Grunde liegen können, auf geistiger Ebene zu einem Gefühl von Flucht und "Getriebensein" sprich innerer Unruhe führen, auf körperlicher Ebene zu  Entzündungsprozessen und Autoimmunerkrankungen jeglicher Art. Ebenso könnten sie uns aber ermöglichen, unser inneres, ureigenes Potential vollstens zu entfalten und nach aussen zu tragen. Nun wer ist der Wärter, der Bezähmer, der Beobachter der Gefühle? DU!

 

 

DEM INNEREN DRACHEN BEGEGNEN

 

Anerkenne die Wut in dir. Akzeptiere Sie. Spüre nach woher sie kommt, welche Gefühle ihr zugrunde liegen. Spüre, wo in deinem Körper sie sich angestaut hat. Nutze ihre Kraft auf liebevolle Weise. Lass zu, dass Licht und Wärme die Schranken und Mauern aus Eis schmelzen, die du um dein Herz gebaut hast, und geh voran als sanfter Krieger. Denn deine Stärke ist die Sanftheit mit der du dich bewegst... und dein innerer Drache wird dir nur zu gern behilflich sein auf deinem Weg, wenn du dich ihm stellst und du dich durch ihn erkennst!

 

Auch "Erdung" ist ein wichtiger Teil der Heilarbeit. Wenn du dir Unterstützung auf deinem Weg wünschst, bin ich gerne dein Ansprechpartner, um dich bei deinen Schritten in Richtung Heilung zu begleiten.